Schulstress und ADHS: Wie Maike es erfolgreich meistert mit Lerncoaching

Wie Lerncoaching bei Schulstress oder ADHS unterstützen kann

In diesem Interview spreche ich mit Maike, deren Sohn eine ADHS-Diagnose hat und massiv unter Schulstress leidet. Wie er es mit Unterstützung von Lerncoaching geschafft hat, sogareine Gymnasialempfehlung zu bekommen, obwohl es mit dem Lernen in der dritten Klasse noch überhaupt nicht geklappt hat, erfährst du in diesem Gespräch.

Lerncoaching reduziert Schulstress enorm

Hallo liebe Maike! Ich freue mich, dass du heute hier bist. Ich habe deinen Sohn gecoacht und später bist du dann ins Coaching gekommen. Kannst du dich den Zuhörerinnen vorstellen, damit sie dich kennenlernen?

Ich wohne im Schwarzwald und habe zwei Söhne. Unser Sorgenkind hat eine ADHS-Diagnose. Die Situation mit dem Homeschooling, Schulausfall und Lehrerausfall hat uns überfordert und ging irgendwann gar nicht mehr. Daher kam ich zu dir ins Lerncoaching.

Schulstress ist oft ein Zeichen, dass Lernstrategien fehlen

War er in der dritten oder vierten Klasse?

In der dritten Klasse. Das war vor 1-2 Jahren.

Was war deine Sorge damals?

Das generelle schulische Problem war, das er nicht mitkam, sich nicht gut konzentrieren konnte und dadurch weniger Leistung erbringen konnte. Wir mussten uns dann oft am Nachmittag hinsetzen, was uns beide frustriert hat. Wir brauchten Handwerkszeug in Form von Lernstrategien um weiterzukommen.

Bewegung gegen Schulstress und als wichtigste Lerntechnik

Und er hat es dann tatsächlich auf das Gymnasium geschafft, obwohl das am Anfang gar nicht der Plan war. Wir wollen uns jetzt anschauen, wie das möglich wurde. Zu Beginn von unserem Lerncoaching habe ich mit ihm Strukturen erarbeitet, seinen Lerntypen ausgetestet und auch du hast gemerkt, dass er anders lernt. Was hat euch denn am Anfang weitergebracht?

Es war schwierig für mich zu akzeptieren, dass er nicht ruhig am Tisch sitzen muss, wenn er arbeitet. Er war schon immer ein Zappelphilipp. Mittlerweile haben wir herausgefunden, wie wir damit umgehen können und dass ihm zusätzliche Bewegung hilft, den Stress abzubauen. Wenn wir jetzt ein Gedicht oder Vokabeln lernen, hüpft er auf dem Trampolin oder läuft um den Tisch.

Das ist meistens ein Schlüsselmoment, wenn Eltern merken, dass ihre Kinder mit Bewegung besser lernen und weniger Schulstress haben. Für ihn war das auch gut, oder?

Ja. Wir haben dann irgendwann auch den Wecker eingeführt. Ich wusste, nach 15 Minuten klingelt es und dann machen wir eine Konzentrationsübung. Das hat uns beide entspannt.

Was ist denn deiner Meinung nach der Unterschied zwischen dem Lernalltag am Anfang und dem Lernalltag heute? Am Anfang gab es häufig Streit, richtig?

Ja, immer. Es war viel Aufwand, den Stoff aus der Schule nachzuholen. Ich habe mir viel Zeit dafür genommen.

Das ist sehr typisch. Häufig wollen wir den Lernerfolg erzwingen, oder?

Teilweise war es so. Ich dachte, es muss jetzt klappen. Aber es ging einfach nicht.

Lernmotivation durch weniger Druck

Ich glaube, das kennen fast alle Zuhörerinnen. Ihr habt dann die Lernstrategien geändert und sehr viel Bewegung eingeführt. Gleichzeitig konntest du dein Denken anpassen und den Druck loslassen, um Lernerfolg zu ermöglichen. Wie ist dir das gelungen?

Es fiel mir anfänglich sehr schwer und es war ein langer Lernprozess. Ich habe aber gemerkt, dass es leichter geht mit der Zeit. Thorben fängt jetzt auch mal von sich aus mit dem Lernen an. Manchmal gibt es zwar immer noch Streit. Aber häufig lernt er von sich aus. Ich kann jetzt auch aufstehen und weggehen, während er lernt. Das ging vorher nicht. Den Wecker brauchen wir auch nicht mehr.

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Intrinsische Motivation steigern bei Schulstress

Dein Sohn ist ja auch ein gutes Beispiel dafür, dass Konzentrationsprobleme und Schulstress nichts mit Neugier und Wissbegier zu tun haben. Kannst du das ein bisschen näher beschreiben?

Er interessiert sich für viele Themen, die nichts mit dem Lernstoff aus der Schule zu tun haben. Ich bemühe mich immer, seine Fragen zu beantworten. Er speichert dann manchmal Informationen, von denen ich das nicht erwartet hätte, z. B. aus den Nachrichten oder der Zeitung. Details über Fußball oder Formel 1 kann er problemlos abrufen. Daran merkt man, dass er ein riesiges Potenzial für Gedächtnisleistung hat. Mittlerweile haben wir es geschafft, das ein wenig zu strukturieren

Die Noten verbessern sich auch durch Pausen

Er hat ja auch recht. Warum sollte die Schule bestimmen, was für ihn spannend ist? Wenn er Fußball, Formel 1 und Dinosaurier spannend findet, dann kann er das Lernen damit gut trainieren. Das trifft auf alle Kinder zu. In der 4. Klasse hat es bei ihm mit dem Schulstoff dann auch gut funktioniert und er hat sehr gute Noten geschrieben. Wie hat er das geschafft?

Er hat gemerkt, dass es leichter geht. Er hatte Corona, und als er zurück in die Schule kam, musste er sofort eine Deutscharbeit schreiben. Da habe ich mir Sorgen gemacht. Aber er hat eine 2 geschrieben.

Ich glaube, du hast gelernt, dich zu entspannen. Du konntest deinen Sohn so annehmen, wie er ist, statt ungeduldig bestimmte Dinge zu erwarten. Zwischendurch gab es immer noch Probleme und Streit. Aber du hast akzeptiert, dass er sein Tempo hat, und das hat er auch gemerkt.

Ja, das stimmt. Bei uns gibt es gerade Lehrermangel, das macht es nicht leichter. Ich merke dann, dass er unzufrieden ist. Aber wenn er viel zu tun hat, kann ich ihn trotzdem motivieren. Er schimpft manchmal und reagiert impulsiv. Ich erinnere ihn dann daran, dass er besser lernt, wenn er es ruhig angeht.

Wenn es mit der Motivation schwierig ist, habt ihr gelernt, auch mal zu sagen: „Okay. Heute geht es einfach nicht.“ Das war am Anfang schwierig, oder?

Ja, ich wollte ihn davor bewahren, dass er enttäuscht wird.

Weniger ist mehr

Wir Erwachsenen kommen selten auf die Idee, dass es besser sein könnte, weniger zu machen, aber dafür Spaß dabei zu haben. Unser Unterbewusstsein ist da sehr geprägt von unseren Eltern und unseren Lehrern. Bei Kindern mit besonderen Anforderungen zeigt es sich immer wieder, dass weniger mehr ist. Wir Erwachsenen sind meistens in einem anderen Modus. Wenn die Lehrerin sagt, 6 Aufgaben werden gemacht, dann werden halt 6 Aufgaben gemacht. Wie läuft das gerade bei euch?

Ich frage ihn immer, was gerade ansteht. Dann denken wir zusammen nach, wie lange er dafür etwa braucht. Was er nicht schafft, das streichen wir erstmal weg.

Selbstbestimmung steigert die Motivation

Er kann dann auch mitentscheiden, was für Kinder ein sehr wichtiger Punkt ist. Es hilft meistens, den Hausaufgabenberg in kleine Schritte zu unterteilen. Dann kann man sich fragen, was machst du heute, was morgen, was vielleicht auch am Wochenende. Da kann man Kindern auch die Wahl lassen, ob sie ein freies Wochenende möchten oder unter der Woche weniger lernen. Für Kinder ist es schön, wenn sie nicht das Gefühl haben, dass ihnen alles vorgeschrieben wird.

Ich lasse ihm auch die Wahl, womit er anfangen möchte. Wenn er die Sachen bearbeitet, die ihm Spaß machen, geht es viel schneller, und er hat später mehr Zeit.

Das ist eine wichtige Erkenntnis. Kinder sollen sich aussuchen, womit sie anfangen, damit sie ein schnelles Erfolgserlebnis haben. Das Gehirn denkt sich dann „Ist ja gar nicht so schlimm“ und man kann mit der nächsten Aufgabe weitermachen. Was für uns Erwachsene gut funktioniert, muss nicht automatisch für die Kinder am besten sein. Deswegen immer fragen, statt vorzugeben. Was war denn für dich im Coaching der größte Aha-Moment?

Es war für mich ein großer Schritt, ihn mehr miteinzubeziehen. Es gibt jetzt eine gegenseitige Wertschätzung. Wir arbeiten als Team und können viel besser einschätzen, was wir leisten können und wie wir ans Ziel kommen.

Lerncoaching verändert die Perspektive aufs Lernen

Genau darum geht es – nicht, was du möchtest, sondern wie man das Ziel erreicht. Du hast am Anfang einen großen Druck verspürt, weil er ADHS hat. Im Coaching bei mir hast du gelernt, dass das eine andere Ausgangssituation ist, aber mehr auch nicht. Es ist kein Defizit und keine Katastrophe. Es ist einfach nur anders. Wenn man so herangeht, sieht man mehr Lösungsmöglichkeiten. Das hast du großartig hinbekommen. Wie hat sich das Coaching auf andere Lebensbereiche ausgewirkt?

Ich habe gelernt, mich selbst wertzuschätzen. Ich habe viele hinderliche Glaubenssätze überwunden und traue mir jetzt viel mehr zu. Das merken sowohl mein Kind als auch mein Mann und spiegeln es mir wider, was unglaublich wertvoll für mich ist.

Alles, was man mit den Kindern lernt, kann man auch bei seinem Ehemann anwenden, bei den großen Kindern, den Chefs, den Großeltern. Man fängt im Coaching an mit dem Thema, das am wichtigsten ist. Das ist bei vielen Müttern die Schule. Die Prinzipien kann man dann vielfältig anwenden. Möchtest du den Zuhörerinnen noch etwas mitteilen, das dir wichtig ist?

externe Hilfe bei Schulsstress nimmt den Druck aus der Lernsituation

Mir ist es wichtig, im Hier und Jetzt zu sein, statt in der Vergangenheit und im Drama stecken zu bleiben. Es gibt immer einen Weg über den Berg und vielleicht sogar um den Berg herum. Wichtig war auch die externe Hilfe von dir als Außenstehender. Du hast mir Lösungen aufgezeigt. Ich konnte das besser annehmen, als wenn es beispielsweise aus meiner Familie gekommen wäre.

Du suchst Unterstützung mit deinem Kind und kommst nicht klar mit seinem Schulstress? Buche dir hier deinen kostenfreien Beratungstermin, in dem wir schauen, wie ich dich unterstützen kann.

Siehe auch zum Thema Schulstress: Blick hinter die Kulissen – Was Stefanie im Lerncoaching gelernt hat

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