Warum kann ich mir nur Vokabeln so schlecht merken? Diese Frage kommt im Lerncoaching immer wieder. Nicht ohne Grund, sind doch Vokabeln ein Dauerthema in der Schule und beim Lernen. Warum ist das so? Weil man sie immer wieder lernen muss. Muss das sein? Nein, wenn man es gleich richtig macht. Und dranbleibt.

Wie lernt Ihr Kind Vokabeln? Die meisten wissen, dass ein Vokabelkasten ein guter Weg ist, sofern man dran bleibt. Die modernere Variante sind Computerprogramme wie Phase-6, die das gleiche Prinzip verfolgen, aber natürlich innovativer sind  und vielen Kindern mehr Spaß machen. Der Erfolgsfaktor beider Systeme ist die Wiederholung in immer größeren Zeitabständen. Denn nur so findet die Vokabel auch den Weg ins Langzeitgedächtnis und wird nicht zwischendurch vom Gehirn aussortiert, weil es glaubt, die Information  nicht zu brauchen.

Sechs Wiederholungen braucht es dafür und so hat der Kasten fünf Fächer (bei der 6. Wiederholung wird aussortiert oder mit Schwung im Altpapier entsorgt), das Computerprogramm sechs Phasen. Am ersten Tag lerne ich die Vokabel und lese sie idealerweise am Abend noch einmal. Nach einem Tag wiederhole ich die gelernten Wörter. Tue ich das nicht, habe ich als normal begabter Lerner am folgenden Tag schon 30 bis 50 Prozent wieder vergessen. Dann kommen Wiederholungen nach  drei Tagen, einer Woche, drei Wochen, ein Monat. So zeige ich dem Gehirn, dass diese Informationen wichtig sind und ins Langzeitgedächtnis müssen.

Gebrauche ich die Vokabeln zwischendurch noch aktiv, gehen die Wiederholungen ganz schnell. Das ist meist in den modernen Fremdsprachen so, wo im Unterricht und bei den Hausaufgaben immer wieder der Wortschatz angewendet wird, am besten in Englisch, wo die Jugendlichen am Nachmittag noch Musik hören oder Videos schauen.

Wer noch eine extra Übung braucht, kann sich Filme auf Englisch ansehen. Die gibt es auf youtube oder bei englischen Internethändlern wie Amazon.uk. Dort die Original-DVDs mit englischen Untertiteln bestellen – Deutsch kann gar nicht eingestellt werden. Für Einsteiger sind diese Untertitel hervorragend, so kann man zuhören und mitlesen und kommt besonders gut in die ungewohnte Sprache rein. Bei Bedarf am Anfang eine Episode zwei oder drei Mal schauen, die Fortschritte sind enorm. Eine geeignete Serie ist beispielsweise Gossip Girl, sowohl für Jungs als auch für Mädchen.

Ein bisschen schwieriger ist es bei Latein – Lateinvokabeln sind deswegen für viele Kinder besonders schwer zu lernen. Hier kann es helfen, die Texte wie die Odysee oder Ilias oder die römischen Sagen schon mal auf Deutsch zu lesen. Dann weiß man bei den Übersetzungen zumindest mal, worum es geht.

Vokabelhefte oder Lernen aus dem Buch, indem man eine Spalte abdeckt, funktionieren weniger gut. Viele Schüler lernen so rein visuell, wissen auf welcher Seite und an welcher Stelle ein Wort steht – kennen aber die Bedeutung nicht, weil das Hirn nur das Wortbild speichert. Und es geht auch nicht schneller als die Fächer-Methode: Weil die Wiederholungen fehlen, lernt man immer wieder die gleichen Wörter, fängt immer wieder von vorne an. Bei der Kästchen-Technik gehen die Wiederholungen immer schneller, nur beim ersten Mal wird richtig gelernt.

Was kann man tun, wenn manche Wörter so gar nicht in den Kopf wollen? Da gibt es verschiedene Tricks.

  1. Bilder speichern: Welches Bild fällt den Kindern zu einem Wort ein? Das sollen sie zuerst wirklich malen, später reicht es, das Bild im Kopfkino entstehen zu lassen und sich richtig gut vorzustellen. Schieb das Schaf -> sheep heißt Schaf. Kaputt ist der Kopf -> caput heißt Kopf auf Latein. Je blöder das Bild, desto besser lässt es sich merken.
  2. Schwer zu schreibende Wörter einfach so aussprechen, wie man sie schreibt, bis die Rechtschreibung sitzt. Die Aussprache kommt dann von alleine. Wednesday und unfortunately sind hierfür Beispiele.
  3. Klokärtchen: Die fünf schwersten Vokabeln der Woche auf kleine Kärtchen schreiben und neben die Toilette hängen. Da kommt man mehrmals am Tag vorbei und kann einen Blick darauf werfen. Oder an den Spiegel hängen und beim Zähneputzen draufschauen.

Geschichten dazu erfinden: Cupboard heißt Schrank auf Englisch. Hört sich an wie Kap bohrt, also stelle ich mir ein Käppi vor, das im Schrank bohrt.  Procul ist lateinisch aus der Ferne und hört sich an wie Brokkoli. Brokkoli will ich nur aus der Ferne sehen. Auch hier gilt: Je oller, je doller. Und ganz wichtig: Diese Geschichten oder Bilder muss man selbst finden, damit es passt und man sich die Wörter merken

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