Vor kurzem war ein Sechstklässler mit Prüfungsstress bei mir: „Ich werde Mathe nie begreifen!“, „In Prüfungen bin ich immer nervös.“, „Ich lerne nie genug.“ Diese negativen Glaubenssätze hatten ihn vor dem Coaching begleitet.

Damit steht er nicht alleine da. Die meisten Menschen – und beileibe nicht nur Schülerinnen und Schüler – zweifeln viel zu sehr an sich selbst und sehen vor allem Fehler. Und das berühmte halbvolle Glas. Und sehr viele wissen genau, dass diese negativen Gedanken für ihre Misserfolge sorgen, schaffen es aber nicht, sich positiv zu motivieren.

Wie können wir die negativen Gedankenkobolde stoppen?

Wir müssen die schlechten Energien umwandeln und die positiven Aspekte hervorholen und betonen. Wenn Sie jetzt schmunzeln und sagen „Da kann ich ja gleich an den Weihnachtsmann glauben“ muss ich Sie leider enttäuschen: Studien belegen eindeutig die Macht der Gedanken: 2009 erschien im amerikanischen Journal of Neuroscience eine Studie, die bewies, dass schlecht gelaunte Menschen nicht so viel leisten wie gut gelaunte, weil sie nicht so viele Lösungen wahrnehmen. Die positiv gestimmten Probanden brachten um sagenhafte  50 Prozent bessere Ergebnisse.

Woran das liegt? Ganz verkürzt kann man es so erklären: Die Laune weckt sich auf den Kortex aus, der für das Sehen im Gehirn zuständig ist. Man kann im Prinzip nichts finden, wenn man schlecht gelaunt ist – auch keine Lösungen für Probleme und Matheaufgaben.

Das Gehirn funktioniert letztendlich wie Internetwerbung: Wenn Sie erfahren, dass Sie schwanger sind, sehen sie plötzlich extrem viele Schwangere. Wollen Sie im nächsten Urlaub nach Spanien, haben Sie den Eindruck, alle hatten die gleiche Idee. Das Gehirn merkt dann nämlich, dass Ihnen ein bestimmtes Thema wichtig ist und blendet Informationen dazu bevorzugt ein.

Genau wie Google, wenn Sie im Internet nach einer neuen Kaffeemaschine oder einem Spielzeug geschaut haben. Normalerweise würde es dieselben Informationen unterbewusst wahrnehmen, aber sofort als unwichtig abtun und ausblenden.  Weil Sie keinen Fokus darauf haben.  Man sieht also immer genau das, was wichtig ist und worauf man fokussiert ist.

Wenn man zu viele negative Energien, demotivierende Gedanken und Annahmen hat, sieht man keine Chancen und Möglichkeiten, sondern nur Hindernisse und Probleme. Damit verändert Denken also doch die Weltsicht. Und das bedeutet, dass auch negative Gedanken in puncto Schule nicht zu Erfolgen führen. Kinder und Erwachsene sollten also ganz dringend ihre negativen Gedanken abstellen. Die Frage ist nur wie.

Gewusst wie: Neue Aufgaben für den Kopf

Das Hirn braucht neue Aufgaben, am besten dauerhaft, damit es nicht auf dumme, also negative Gedanken kommt. Das mächtigste Werkzeug für eine Umwandlung von Gedanken ist die Dankbarkeit und das Glück. Dankbarkeit verändert alles. Den Blickwinkel und damit die Realität, wie wir vorher gesehen haben. Der Blick verändert das Verhalten. Also rücken Sie Dinge in den Fokus, für die Sie dankbar sind. Zeigen Sie Ihrem Kind, was alles gut läuft, welche Erfolge es eigentlich hat, wann es glücklich ist.

Schreiben Sie gemeinsam jeden Tag drei positive Momente auf, in denen Ihr Kind glücklich oder dankbar war. Simpel und einfach, nichts Pompöses. Das ist die erste Herausforderung. Ist Ihr Kind schon älter, kann es auch ein Glückstagebuch führen. Sonst sammeln Sie die Zettel in einem Glas und spüren Sie gemeinsam Glück und Dankbarkeit wachsen und die Sicht auf die Welt positiv werden.

Zu einfach? Dann nennen Sie jeden Tag drei neue Dinge. Zu schwierig? Bleiben Sie dran. Mit der Zeit werden Sie Kleinigkeiten schneller sehen. Nach zwei Wochen wird es leichter, man nimmt die positiven Dinge sofort wahr, ändert den Blickwinkel. Und die Einstellung. Nach 21 Tagen ist eine neue Sichtweise etabliert.

Selbstgespräche

Eine weitere Möglichkeit ist der innere Dialog. Wir sprechen alle permanent mit uns selbst. Das passiert nicht laut und öffentlich, sondern leise, unbewusst und in Gedanken. Sehr oft sind auch diese Gedanken äußerst negativ. „Schon wieder eine 4 in Französisch“, „Bei dem Lehrer kann das ja nie was werden“, „Ich bin einfach zu doof“.

Damit wir sie abstellen, brauchen wir auch hier eine Aufgabe für den Kopf. Versuchen Sie mal eine Stunde lang, alles was sie tun positiv zu kommentieren: „Da hatte ich aber ganz schön viel richtig in Französisch“, „Vielleicht ist Herr Müller heute ja gut gelaunt oder wir sehen einen Film“, „Ich versuche das jetzt mal, dann werde ich es schon schaffen“. Auch diese Übung ist am Anfang sehr schwer. Wir starten mit einer Stunde, die Kinder sollen es mal während der Hausaufgaben probieren: „Ich mache das jetzt ganz konzentriert, dann kann ich meinen Freund anrufen“, „Das ging jetzt aber schnell“, „was gar nicht so viel, wie ich gedacht habe“, „ich mache das jetzt ganz ordentlich, dann bin ich schneller“….

Nach und nach gewöhnen wir uns auf diese Weise – und indem wir es immer häufiger üben – die negativen Gedanken ab, verändern die Sicht und die Einstellung und sehen plötzlich den Lehrer mit anderen Augen. Vielleicht ist er ja nur genervt, weil wir so laut sind oder er zuhause Streit hat. Bei dieser Übung hilft den Kindern ein Gedankenstopp: Basteln Sie mit Ihnen ein Stoppschild für die Hosentasche, das sie immer dann rausziehen, wenn sie anfangen negativ zu werden. Oder nehmen Sie einen Gummi ums Handgelenkt: Jedes Mal, wenn ein negativer Gedanke kam, muss der Gummi ans andere Handgelenkt wechseln. Ziel ist es, zuerst eine Stunde, dann ein  Tag, dann 3 Tage und schließlich eine Woche den Gummi nicht zu wechseln.

Erfolge und Stärken wahrnehmen

Und als dritten Teil der Strategie gegen negative Gedanken motivieren Sie ihr Kind, Erfolge zu sehen. Schreiben Sie gemeinsam mindestens 30 Dinge auf, die Ihr Kind gut kann. 30 kleine und große Stärken für seine ganz persönliche Schatzkiste. Dazu kommen 30 Erfolge, an die es sich erinnern soll, statt immer die Niederlagen in den Fokus zu rücken. Sie ahnen es schon: Wir verändern auch damit den Fokus, den Blickwinkel und schließlich die Welt.

Wenn Ihr Kind gar zu sehr in seinen negativen Glaubenssätzen verhaftet ist, holen Sie sich unbedingt Hilfe. Schon in ein bis zwei Stunden kann man hier mit professionellem Coaching Abhilfe schaffen. Und dem Erfolg Flügel verleihen. Damit auch bei Mathe-Schulaufgaben alles flutscht und Prüfungsstress erst gar keine Chance hat.

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