So sehr sich Kinder normalerweise auf den ersten Schultag freuen, spätestens an der weiterführenden Schule lässt die Begeisterung fürs Lernen merklich nach. Die Klassenstufe steigt, die Motivation sinkt – diese Entwicklung kennen alle Eltern. Dabei lernt es sich motiviert viel leichter und schneller, darin sind sich Forschung und eigene Erfahrung einig. Was kann man also tun, damit die Begeisterung weiter anhält und die Erfolge sich einstellen?

Dabei sind wir uns einig: Niemand geht ständig motiviert durchs Leben, jeder hat seine Durststrecken zu bewältigen, in denen die Motivation ganz unten hängt. Doch wir wissen es alle: Ist man motiviert, geht alles leichter, auch das Lernen. Motiviert setzt man sich an den Schreibtisch, alles geht locker von der Hand und macht mehr Spaß. Macht es Spaß, ist man motiviert, hat Erfolg. Und der motiviert dann wieder…. So könnte es einfach immer weitergehen. Das Gehirn weiß, wie sich der Erfolg einstellt, hilft dabei und hoch geht die Motivationsspirale. Erfolg verleiht Flügel, buchstäblich.

Motivation braucht man nicht nur in der Schule: Sportler, Erwachsene bei der Arbeit, Kinder beim Lernen, Schriftsteller, Maler, Musiker. Einfach jeder, der etwas erreichen will. Vom Seepferdchen über das BLockflötespielen bis zum Studienabschluss. Was aber bedeutet Motivation? In der Regel haben motivierte Menschen ein klares Ziel vor Augen, ein Bild, das sie erreichen wollen. Haben sie dies exakt im Visier, produziert das Gehirn einen Botenstoff das sogenannte Dopamin, das dabei hilft, dieses Ziel auch zu erreichen. Und der hilft uns, uns zu motivieren, uns in Bewegung zu setzen (lateinisch movere) auf dem Weg zu unseren Wünschen.

Am Anfang der Schulzeit saugen die Kinder noch alles Neue auf, sind wissbegierig, neugierig stellen Fragen. Lernen macht Spaß, und das kommt von innen heraus. Der Wunsch, Zusammenhänge zu erkennen, etwas zu verstehen und zu erforschen ist intrinsisch, so der Fachbegriff. Mit der Zeit nimmt die Neugierde ab, der Reiz des Neuen nutzt sich ab. Die Motivation kommt stärker von außen: Wir lernen, weil positive Folgen eintreten oder negative Folgen vermieden werden, nicht mehr aus einem inneren Drang heraus. Belohnung und Strafen sind hier die Mittel.

Damit ist aber nicht mehr der Prozess des Lernens selbst interessant, sondern die Folge, die gute Note ein anderer Anreiz. Gewinnt die extrinsische Motivation die Oberhand, lässt die Begeisterung langsam nach. Sie funktioniert einfach nicht so gut, weil äußere Anreize ständig gesteigert oder zumindest aufrechterhalten werden müssen. Wer immer Zweier schreibt, braucht irgendwann Einser, um sich wieder richtig freuen zu können. Strafen funktionieren auch nicht besser. Bleibt dann auch noch der Erfolg aus, ist es vorbei mit der Motivation.

Viele Forscher denken, dass Noten ein Motivationskiller sind, weil sie äußere Anreize über den inneren Antrieb stellen. Die Lust lässt weiter nach und besonders in der Pubertät, wenn vieles andere wichtiger ist, wird aus Lust dann Frust am Lernen. Jetzt heißt es, den Motor wieder anzuschmeißen, die Begeisterung in Gang zu setzen. Das kann nur durch Selbstbestimmung funktionieren.

Die Forschung geht davon aus, dass Motivation davon abhängt, wie eigenständig, kompetent und sozial eingebunden etwas geschieht. Übertragen wir das auf die Schule, funktioniert Motivation dann, wenn die Schüler möglichst selbständig und nicht streng nach Anweisung arbeiten, wenn sie sich im Unterricht als kompetent verstehen und die Gemeinschaft der Klasse funktioniert.

An diesen Stellschrauben kann man drehen, um den Motor in Bewegung zu bringen. Denn dann erkennt man automatisch einen Sinn im Lernen, hat ein klares Ziel vor Augen und weiß auch, was man tun muss, um erfolgreich zu sein.

Kompetent können sich Schülerinnen und Schüler immer dann empfinden, wenn Eltern und Lehrer ihnen auch dieses Feedback geben. Verschiedene Lern- und Unterrichtsformen helfen, das Interesse aufrecht zu erhalten. Konkrete Wissensvermittlung an Beispielen, statt abstrakter Inhalte. Projektbezogener Unterricht vermittelt Spaß am Lernen. Wenn sie eigenverantwortlich arbeiten dürfen, Anerkennung für ihre Bemühungen erfahren, gelobt werden, stellen sich die Erfolge ein.

Ein klares Ziel vor Augen hilft ebenfalls. Dabei muss der Weg dahin klar erkennbar sein, Fortschritte sollten gewürdigt, Zwischenziele formuliert werden. Immer, wenn sich der Lernende gut und bestätigt fühlt, setzt er sich gerne weiter in Bewegung, bleibt der Spaß erhalten. Die Motivation, das Erlebnis zu wiederholen steigt, auch wenn der Weg mal anstrengend ist. Das Gehirn weiß ja jetzt, wie es geht.

Eltern können ihre Kinder dabei unterstützen, handlungsorientiert zu lernen. Schüler sollen nicht nur Fakten auswendig lernen, sondern Wissen umsetzen und anwenden. Eigenständiges Lernen  motiviert. Finden Sie mit Ihrem Kind seinen Lieblingslernort heraus. Und seine ideale Lernzeit. Lassen Sie die Kinder am Nachmittag auch mal digitale Medien einsetzen. Es gibt gute Lernprogramme auf youtube zu vielen Fächern und da nehmen die Jugendlichen mehr mit, als von der Lektüre im Schulbuch. Bauen Sie Lernstoff in den Alltag ein und zeigen Sie so die Anwendungsgebiete beispielsweise von mathematischen Aufgabestellungen.

Entwickeln Sie eine Motivationsstrategie. Denn es ist mit der Begeisterung fürs Lernen ein bisschen so wie beim Zimmeraufräumen: Hat man den ersten Schritt getan, geht es irgendwie weiter. Hat man eine Strategie entwickelt, wie es funktioniert, geht es schnell und effizient. So wie wir die Küche von oben nach unten putzen, brauchen wir auch für die Motivation eine gute und vor allem effiziente Taktik.

Erinnern Sie sich an Situationen, wo das mit der Motivation gut geklappt hat. Wie war das? Was war da anders? Lässt es sich übertragen auf die jetzige Situation? Wie hat es sich angefühlt, motiviert zu sein? Was hat Ihr Kind dabei gespürt und wo war dieses Gefühl ganz genau?

Unterstützen Sie Ihr Kind beim Erforschen seiner Strategien. Alleine ist das nicht immer so einfach, eben weil es so automatisch abläuft und viele Jugendliche nicht gewöhnt sind, so ganz genau zu überprüfen, was da in ihnen abläuft. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über diese automatischen Situationen und erkennen auch Sie so den richtigen Weg.

Versuchen Sie nicht, Ihrem Kind Ihre eigene Strategie zu vermitteln. Sie ist normalerweise ganz anders und funktioniert auch nur, weil Sie sie selbst entwickelt haben. Jeder tickt eben anders und muss selbst herausfinden wie.

Erinnern Sie Ihr Kind, wenn es Motivation braucht an seine Strategie, geben Sie ihm ein Stichwort oder vereinbaren Sie ein Zeichen.  Haben Sie den Eindruck, dass Ihr Kind irgendwie blockiert ist, gilt es diese Blockaden zu lösen und zu entstressen. Denn dann hilft in der Regel die beste Strategie nicht viel weiter.

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