Prüfungstypen gibt es viele, drei Charakterisierungen fassen die wichtigsten Merkmale zusammen:
Zunächst der Vogel-Strauß „Kopf-in-den-Sand-Typ, die Prüfung ist ja noch so lange hin“. Ganz anders das  nervöse Huhn „Das ist so schwer und so viel, hoffentlich schaffe ich das!“ Und zum Schluss die coole Socke: „Bisher habe ich alle Prüfungen auch ohne jeden Aufwand geschafft“ .

Die coole Socke würde diesen Blog nicht lesen. Wenn sie fleißig ist, kein Problem. Wenn sie zur fauleren Art gehört, fragt sich ihre Mama vielleicht, wie sie sie zum Lernen motivieren könnte. Belohnung, Druck, Kontrolle? Dafür müssen wir den Motivationstyp anschauen. Braucht sie Druck von außen, müsst Ihr den externen „Kontrolleur“ spielen und die Einhaltung des Lernplanes regelmäßig überprüfen. Mamas der „nervösen Hühner“ sollten den Coach geben und Befürchtungen in Prüfungsoptimismus umwandeln. Vogel Strauß ist der schwierigste Fall.

Mentale Strategien: Der Glaube macht’s!

Ein eigenes Ziel und der Glaube daran, dass man dieses Ziel erreichen kann, sind Grundvoraussetzungen für erfolgreiche Prüfungen. Antrieb ist dabei das schwierigste Thema: Dafür braucht es die Erkenntnis, dass man selbst dafür verantwortlich ist, ob man die Prüfung besteht oder nicht und aktiv handeln muss. Nicht der Blickwinkel des Opfers: „Die Lehrer sind blöd“, „Englisch braucht keiner“, „der Stoff ist viel zu viel“, „Schule ist eh doof“.

Das beruhigt zwar kurzfristig, bringt die Kinder aber keinen Schritt weiter. Opfer sind nicht erfolgreich. Dafür muss man aktiv werden, persönliche Stärken und Schwächen herausfinden, erstere ausbauen und letztere mit cleveren Strategien stärken. Was passiert, wenn ich weiter so jammere oder nichts gegen meine Schwächen unternehme? Diese Frage bringt oft einen Motivationsschub ist der erste Schritt zum Prüfungserfolg.

Eine wichtige Frage dabei ist, wofür die Prüfung gemacht wird. Was will man anschließend tun? Auf eine weiterführende Schule, studieren, versetzt werden? Positiv formulierte Ziele, die persönlich berühren sind sehr wichtig. „Nicht weil man studieren soll“, sondern „weil ich gerne mit den anderen Freunden nächstes Jahr auf Studienfahrt gehen möchte“. Dabei sollten die Ziele realistisch, erreichbar und mit einem positiven Gefühl verbunden sein. Wie wird es sein bei der Studienfahrt, was werden wir erleben? Möglichst realistisch, möglichst konkret.

Der Glaube an sich selbst ist spielt bei Prüfungen und Wettkämpfen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Wer Prüfungsstress verspürt, reagiert sofort mit dem Gefühlshirn, dem sogenannten limbischen System. Dieses „Steinzeithirn“ ist für panische Reaktionen zuständig, die so schnell ablaufen, dass der Verstand gar keine Chance hat, dazwischen zu gehen. Wer also nicht an sich selbst glaubt, kann dieses Gefühlshirn nicht umgehen, die Panik setzt automatisch ein. Ganz anders wenn man an den eigenen Erfolg glaubt. Dann hat das limbische System keinen Grund einzugreifen, die Prüfungssituation wird vom Verstand gesteuert und alles geht organisiert und koordiniert über die Bühne. Der Verstand ruft das gespeicherte Wissen ab, kann darauf zugreifen und die Aufgaben souverän meistern. Der Autopilot Prüfungsstress hat keine Chance.

Um dahin zu kommen, ist es wichtig, dieses positive Szenario gemeinsam zu entwickeln, die Stärken und positiven Glaubenssätze anzuwenden, Ressourcen auszuspielen. Mit meinen Schülerinnen und Schülern schreibe ich dafür das Drehbuch für einen Film, mit dem wir das Gehirn programmieren: „Meine erfolgreiche Prüfung“. Die spielen wir dem Gehirn so lange vor, bis es ihn verinnerlicht hat und die Mechanismen funktionieren. Das nennt man dann Mentaltraining, und das hilft nicht nur Sportlern. Bei härteren Fällen kann man noch Stresswörter entzaubern, Stresssituationen umwandeln und andere spannende Übungen fürs Gehirn entwickeln.

Lernorganisation: Ohne die Basics geht gar nichts

Jeder Prüfungstyp lernt natürlich auch anders, die Stärken des einen sind die Schwächen des anderen. Es gilt also die persönliche, ultimative Strategie zu finden. Erfolgreiche Strategien gleichen sich vor allem in der Lernorganisation. Vor einer Abschlussprüfung sollte man 2-5 Monate vorher beginnen, den Stoff aufbereiten, wiederholen und üben.

Ein Lernplan hilft, den Überblick zu bewahren, zumindest ein Wochenplan sollte jeder erstellen und die Themen aufteilen. Dabei lernt man nicht ein Fach nach dem anderen, sondern wechselt zwischen den Fächern ab. Das Wissen kann sich so besser festigen und vernetzten. Manche beginnen hochmotiviert, sortieren, machen Pläne, sortieren, machen Pläne….Man muss dann von der Sortier- auch wirklich zügig in die Lernphase übergehen, sonst ist das eher eine Maßnahme zur Verzögerung/Aufschieberitis. Also, Starttermin auf dem Lernplan festlegen, wann es wirklich losgeht.

Bei den Lerntechniken gilt wieder: Abwechslung macht Spaß! Also möglichst viele Lernkanäle kombinieren, beide Gehirnhälften ansprechen, zunächst das vorhandene Wissen abrufen, damit das Gehirn andocken kann. So gibt es ebenfalls bessere Vernetzungen.

Die reine Lerndauer ist kein Zeichen für den Lernerfolg. Wie erfolgreich waren Deine Techniken bisher? Wenn dies nicht so optimal ist, gilt es neue Strategien zu erlernen und zu entwickeln. Dabei gilt die Maxime: Was merken wir uns am einfachsten? 20 Prozent dessen, was wir gehört haben; 30 Prozent dessen, was wir gesehen oder gelesen haben; 50 Prozent dessen, was wir gehört und gelesen haben und 90 Prozent dessen, was wir selbst erfahren haben. Für die Prüfungsvorbereitung ist naturgemäß der visuelle Kanal sehr wichtig, wer also nicht gut durch sehen/lesen lernt, sollte dies unbedingt trainieren.

Genauso wichtig ist es, beide Gehirnhälften beim Lernen anzusprechen: Häufig wird der Stoff sehr linkslastig, also mit vielen Zahlen, Wörter und Details gelernt und die Verknüpfung mit der rechten Gehirnhälfte, also zu Bildern, Zusammenhängen vernachlässigt. Das brauchen wir aber für den Transfer und den Überblick.

Die Spickzetteltechnik ist sehr effektiv: Man erstellt sich einen Spickzettel nur mit den wichtigsten Stichwörtern und vielen Symbolen und speichert ihn als Bild vor dem inneren Auge ab. Zur Übung mehrfach abrufen – und der Stoff sitzt. Wir alle kennen das von früher: wenn man einen Spicker hatte, brauchte man ihn nicht mehr

Kann man sich etwas schlecht merken, erfindet man eine völlig abstruse Lerngeschichte dazu. Je oller, je doller, je besser merkt man sich die Details. Das scheint zwar etwas aufwändig, aber das mehr an Arbeit und Kreativität zahlt sich vor allem für diejenigen aus, die sich visuell schwerer tun.

Insgesamt ist es also wichtig, die Themen Lernorganisation und –strategien  vor Prüfungen im Griff zu haben. Aber auch mentale Strategien sind wichtig – vor allem für nervöse Hühner und ihre Zeitgenossen. Hier kann es sinnvoll sein, sich externe Hilfe zu holen. Denn wer nicht daran glaubt, dass er den Abschluss schafft, muss sehr viel mehr Energie reinstecken, um mit dieser mentalen Blockade klarzukommen.

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