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Wie können Eltern ihre Kinder darin unterstützen, Herausforderungen anzunehmen? Wie motivieren wir Jugendliche dazu, sich weiterzuentwickeln und vermeiden, dass sie sich von neuen Themen überfordert fühlen?

Viele Kinder betrachten ihre Intelligenz als feststehende Charaktereigenschaft. Eine Eigenschaft, an der sie nichts ändern können. Andere Kinder – und natürlich auch Erwachsene – meinen, dass jeder neue Dinge lernen und so seine Intelligenz sozusagen ausbauen kann.

Warum ist das wichtig? Weil die erste Gruppe sich relativ schwer tut mit Herausforderungen, schnell die Motivation verliert und Frust aufbaut. „Ich bin halt zu dumm!“ und damit ist das Thema dann durch.

Lernen sie zum Beispiel ein neues Fach oder eine Sportart, gehen Kinder mit dynamischem Mindset dagegen voll darin auf. Sie freuen sich, über die neue Herausforderung. Ihre Klassenkameraden mit fixem Mindset kämpfen dagegen mit Selbstzweifeln, wenn es nicht auf Anhieb klappt und verlieren schnell die Lust und den Biss.

Die Psychologin Carol Dweck hat in ihren Untersuchungen herausgefunden, dass es keinen Zusammenhang zwischen früheren Erfolgen und zukünftigen Herausforderungen gibt. Also nicht automatisch Kinder, die in der Vergangenheit gut in der Schule oder im Sport waren, besser mit Herausforderungen umgehen. Ganz im Gegenteil: Manche herausragenden Schüler fühlen sich sogar von Herausforderungen bedroht, weil sie glauben, dass Fehler Zweifel an ihrer Intelligenz hervorrufen. Sie hören auf, sich zu entwickeln und Spaß an Herausforderungen zu haben. Das erklärt unter anderem das Phänomen, warum manche hochbegabte Kinder weit unter ihren Möglichkeiten zurück bleiben.

Andere Schüler, die bisher Schwierigkeiten bei bestimmten Themen hatten, entwickeln Spaß an der Herausforderung und sehen die Möglichkeit, etwas zu lernen und weiterzukommen. Sie sind manchmal sogar motivierter, wenn es schwierig wird.

Die entscheidende Frage für Eltern: Wovon hängt dieses dynamische Mindset denn ab, wie können wir es fördern und Kinder dabei unterstützen, Neues zu lernen und auszuprobieren?

Nicht das Können, sondern die Anstrengung loben

Werden Intelligenz und Fähigkeiten heraus gestellt, haben die Kinder Angst vor Fehler, stellen sie doch ihr Können in Frage. Loben Eltern dagegen die Anstrengung, können die Jugendlichen einfach ihr Verhalten anpassen.

Gerade in Phasen, wo der Selbstwert nicht besonders hoch ist, ständige Selbstzweifel und Fragen wie „Schaffe ich das?“, „Bin ich zu dumm?“ das Denken bestimmen, ist dies besonders wichtig, denn: Bei einem Misserfolg fühlen sich Kluge dumm, während Fleißige einfach die Anstrengung erhöhen können, ohne ihren Selbstwert in Frage zu stellen.

Auf diese Weise verstehen Schülerinnen und Schüler, dass Leistung jederzeit gesteigert werden kann und wie das funktioniert und entwickeln auch eine Bereitschaft dafür. Das gilt natürlich nicht nur für die Schule, auch im Sport und bei anderen Hobbies entwickeln Kinder so diese  Leidenschaft für ein Thema und können sich immer weiter entwickeln. Dweck nennt dies „Grit“, eine Kombination aus Bereitschaft, Anstrengung, Ausdauer und Motivation.

Leidenschaften entwickeln

Besteht eine Leidenschaft für ein bestimmtes Thema – so die These – entsteht die Bereitschaft, alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, um ans Ziel zu kommen. Und dies ist die entscheidende Eigenschaft für Erfolg.

Während nämlich die meisten Menschen glauben, Intelligenz und Talent seien hierfür entscheidend, belegen ihre Untersuchungen eindeutig, dass es nicht so ist. Talent x Anstrengung = Fähigkeit. Fähigkeit x Anstrengung = Erfolg. Anstrengung zählt also doppelt 😉

Schaut man auf die Erfolge von Sportlern, Künstlern, Musikern und Forschern, wird klar, was gemeint ist. Ohne Üben und Ausdauer kommt auch der talentiertes Mensch nicht ans Ziel seiner Träume.  Und dieses Ziel muss nicht der Nobelpreis sein. Auch eine neue Übung im Turnen, ein neues Stück auf einem Musikinstrument oder eben ein neues Fach in der Schule erfordern diese Ausdauer.

Für Eltern gilt es  also, die individuellen Interessen der Kinder zu unterstützen und mit Angeboten zu fördern, damit sich diese Leidenschaften auch entwickeln können.  Dabei sorgt Interesse dann dafür, dass die Kinder üben und dranbleiben, der „Grit“, das sie weiter wollen und nicht stehen bleiben. Damit Kinder dies verstehen können, ist die Unterstützung der Eltern wichtig. Sie lernen, ihre Ziele zu erreichen und Studien belegen es:  Mädchen und Jungs sind zufriedener, wenn sie ihre persönlichen Leidenschaften verwirklichen können – genauso wie die Erwachsenen.

Andere Studien zeigen: Kinder, die langfristig außerschulischen Aktivitäten nachgehen, haben bessere Noten, ein höheres Selbstbewusstsein und weniger Schwierigkeiten.

Ein sinnvolles Projekt wäre beispielsweise, wenn sich Kinder  SELBST (!) ein Ziel setzen,  das ein gewisses Training erfordert und sie erst zum Ende eine (Halb)Jahres gegebenenfalls aufhören können. Machen sie dies aus eigenem Antrieb, fördert es das dynamische Selbstbild nachhaltig.

7 Möglichkeiten für Eltern:

  1. Anstrengung statt Fehler loben
  2. Risikobereitschaft fördern, um Träume zu erreichen und zu lernen, mit Niederlagen umzugehen
  3. Der Gesellschaft zurückgeben: Gruppen, in denen Jugendliche mit jüngeren Kindern arbeiten, fördern die Einsicht, dass Entwicklung stattfindet.
  4. Eltern sind Role Model und leben Anstrengung, Ausdauer und Dranbleiben bei ihren Projekten vor
  5. Einen Erziehungsstil entwickeln, der fördert und fordert (ohne zu überfordern)
  6. Glück und Zufriedenheit vorleben
  7. Raus aus der Komfortzone – immer wieder selbst und mit den Kindern.

 

Wobei bei allen Bemühungen ganz wichtig ist: Das richtige Maß finden. Es geht hier nicht darum, Ehrgeiz und Anstrengung zu übertreiben, sondern ein gesundes Maß an Anstrengung zu entwickeln, das Kindern dabei hilft, ihre Ziele im Leben zu erreichen. Wie auch immer diese aussehen mögen.

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