Kennst du das?

Du denkst dein Kind macht Hausaufgaben und willst nach ihm schauen. Da liegt es auf dem Bett und chattet, zockt oder daddelt. Auf die Frage, wann es denn mit den Schularbeiten anfängt, kommt nur „Gleich Mama“, ohne auch nur den Blick vom Handy abzuwenden.

Warum ist das so? Warum haben so viele Kinder keine Lust auf Hausaufgaben, keine Lust auf Lernen?
Als sie eingeschult wurden, waren sie voll motiviert. „Ich darf endlich in die Schule!“, „Ich kann bald lesen“, die Vorfreude war riesig. Was ist dann passiert? Sie sind nicht nicht motiviert, sie wurden demotiviert. Sie erleben in der Schule nicht nur die schönen Dinge, die sie sich erhofft haben: Es klappt nicht alles, schlechte Noten nicht selten schon in den ersten Klassen, viel zu viele Hausaufgaben, für die sie lange brauchen. Da kommt Frust auf, aus leuchtenden Augen wird Gähnen.

Wie funktioniert Motivation im Kopf?

Wenn wir überlegen, ob wir zum Sport gehen oder auf der Couch bleiben, wägen wir ab: Lohnt sich der Sport? Hab ich was davon? Die einen sagen: „Ja super!“ die anderen bleiben liegen. Genauso ist es bei der Lernmotivation, auch hier kommt eine Kosten-Nutzen-Analyse ins Spiel. Geld, Erfolg, positive Gefühle, Anerkennung und Spaß motivieren uns, etwas zu tun. Auch das Lernen.
Dazu kommt noch die Frage: Wie wahrscheinlich ist es, dass ich dieses positive Ergebnis auch erziele? Dieser Punkt hat einen hohen Einfluss auf unser Bewertungssystem und hat das Kind aber die Erfahrung, trotz Lernens sein Ziel nicht zu erreichen, schlägt das eine besonders negative Kerbe in die Rechnung.
Funktioniert etwas dagegen, haben wir Erfolg werden zusätzlich noch Hormone im Gehirn ausgeschüttet, es entsteht ein Glücksgefühl und wir sind im Flow. Wir nehmen alles leicht und haben richtig Lust auf die nächste Herausforderung. Positive Ergebnisse, lassen die Motivation nochmal ansteigen.
Der letzte Baustein für die positive Motivation ist dann noch das Ziel zu kennen, wofür wir lernen. Ohne ein Warum zu kennen, ist unser Tun sinnlos und auch Schüler brauchen ein Ziel, um die Lernmotivation aufrecht zu erhalten. Das kann eine gute Note, ein Berufswunsch, der Schulabschluss sein. Nur wenn sie wissen, wofür sie lernen, funktioniert es. Es kann manchmal allerdings ganz schön schwierig sein, dieses Ziel herauszuarbeiten.
Sind all diese Faktoren gesichert, können noch Motivationskiller im Haus unterwegs sein. Die sind sehr hartnäckig und verlangen ein wenig Mühe, um sie dingfest zu machen.
Welche Motivationskiller sind bei Dir unterwegs?

1. Langeweile
Langeweile ist sicherlich der Motivationskiller Nummer eins. „Lernen ist soo langweilig“, stöhnen die Kinder. Dann helfen Fragen: Wann tritt die Langeweile auf? Was macht die Aufgabe/Tätigkeit so langweilig? Liegt es am Stillsitzen-müssen, kann man Bewegung ins Lernen bringen. Bewegung bringt mehr Sauerstoff ins Gehirn, Abwechslung und fühlt sich für viele Kinder richtig gut an. Lernen funktioniert für sie sehr gut auf dem Trampolin, beim Hin- und Her-Laufen, beim Fußballspiel im Garten, beim Zähneputzen und und und.
Wechsle den Lernort. Das bringt wiederum Abwechslung und das Abrufen von Wissen fällt uns dann viel leichter, wenn es nicht mit einem bestimmten Ort verknüpft ist.

2. Lernen macht keinen Spaß
Sehr eng verknüpft mit Langeweile ist der Spaß, und der fehlt beim Lernen häufig. Wie bringt man Spaß ins Lernen? Genau, mit den typgerechten Lernstrategien und bestenfalls auch mit Kombinationen von verschiedenen Techniken zum Beispiel aus dem Gedächtnistraining. Probiert so viel wie möglich aus und findet Euren speziellen Spaßfaktor.
Lernt auch mal unterwegs – zum Beispiel im Auto, im Bus, beim Spazierengehen – das alles geht ganz einfach und ihr werdet merken, dass es sogar schneller und effektiver ist. Hier ist einfach ein bisschen Kreativität und Mühe gefragt.

3. Weiß dein Kind, wie man richtig lernt?
Kennt es die richtigen Techniken und Strategien, die Abwechslung und Spaß ins Lernen bringen? Weiß es, welcher Lernkanal ihm am leichtesten fällt und berücksichtigt diese Faktoren für seine Hausaufgaben?

4. Emotionale Gründe
Oft haben Kinder in verschiedenen Situationen das Gefühl, mit dem aktuellen Thema ganz alleine dazustehen. Keiner hilft, beziehungsweise keiner SIEHT, dass sie Hilfe brauchen. Überleg mit Deinem Kind, wer bei einem schwierigen Thema behilflich sein. kann. Wer unterstützt dich? Wer versteht den Inhalt?
Mach Deinem Kind klar, dass es nicht erwarten darf, dass andere hellsehen dürfen und spüren müssen, was los ist.
Ressourcen schlagen jeden Motivationsräuber: Gerade, wenn wir uns allein gelassen fühlen, dürfen wir uns unserer Stärken, Talente und Fähigkeiten bewusst sein.
Hilf Deinem Kind, sich nicht auf das Problem, sondern auf das Ziel zu konzentrieren: Wir geben den Problemen ein viel zu großes Gewicht, viel zu viel Aufmerksamkeit, so dass wir vor lauter „Problemdenken“ das Ziel aus den Augen verlieren. Lenkt die Gedanken auf das Ziel, dass Dein Kind erreichen will und überlegt, wie es erreicht werden kann.

5. Der Lehrer ist doof
Vielen von uns ist es extrem wichtig, dass die Menschen, denen wir zuhören dürfen, uns sympathisch sind. Ist dies nicht der Fall, wirkt sich das bei vielen Menschen stark auf die Motivation aus.
Da hilft eine Überlegung: Schalten diese für uns unsympathischen Menschen unsere schlechten Gefühle ein oder unsere Motivation aus? Wer aktiviert denn diese Gefühle? Genau, wir alle ganz alleine. Und wir können daran auch etwas ändern. Mit dem Kostümtrick zum Beispiel.
Stellt euch die Lehrerin oder den Lehrer vor und überlegt, welches Gefühl lösen sie aus. Wahrscheinlich ein nicht so tolles. Überlegt euch dann eine Verkleidung für diesen Menschen. Das kann alles Mögliche sein. Mickey Mouse, Spiderman, Harry Potter oder eine Watschelente. Das Wichtigste an dieser Übung ist, dass ihr diese Person in ein für euch wirklich extrem lustiges Kostüm steckt. Der Gradmesser ob es passt, ist das Schulkind. Wenn die Kinder lachen, ist die Verkleidung perfekte. Probiert es gerne mit verschiedenen Kostümen aus.
Wichtig ist es dabei, sich nicht über die Person lustig zu machen, sondern nur das Gefühl des Kindes zu verändern! Abschließend malt ihr die Person im Kostüm auf ein DinA4-Blatt. Genießt das Gefühl ;-)!

6. Druck von außen:
Druck erzeugt Gegendruck und wird niemals Motivation wecken. Eher Angst, Verzweiflung und Unsicherheit. Findet heraus, woher der Druck kommt. Bei Zeitdruck, braucht es Planung und Effizienz-Strategien, um der Zeit ein Schnippchen zu schlagen. Bei Angst muss man den Ursachen auf den Grund gehen.

7. Negative Erfahrungen, negative Glaubenssätze
Sehr häufig beginnt mit schlechten Erfahrungen ein negativer Kreislauf. Zum Beispiel bei einer schlechten Note in Mathe wird das Ergebnis oft mit der Aussage „ich bin zu dumm für Mathe“ bewertet. Manchmal gesellen sich noch ähnliche Aussagen von außen (Lehrer, Eltern, Bekannte, Verwandte) dazu.
Dann manifestiert sich sehr schnell ein einschränkenden Glaubenssatz, der sich sogar auf die Körperhaltung auswirkt: In die nächste Schulaufgabe geht das Kind dann schon fast geknickt hinein und das Ergebnis wird wieder nicht gut. Um diesen Kreislauf zu durchbrechen, kann man die Bewertung hinterfragen:
Bedeutet eine schlechte Note wirklich, dass das Kind in diesem Fach „zu dumm“ ist? Schaut Euch die Arbeit genau an und stellt fest, was richtig war und warum die Fehler zustande kamen. Zum Beispiel waren es vielleicht Flüchtigkeitsfehler, es wurde nicht richtig gelesen oder vielleicht auch etwas wirklich nicht gelernt oder das Falsche gelernt. Dann kann man sich für die nächste Klassenarbeit anders vorbereiten und das Ergebnis wird auch anders sein.

8. Konkurrenz – Vergleiche
Von außen sehen wir alle anders aus, warum glauben manche, dass wir innen alle gleich ticken? Vergleiche machen genau deswegen keinen Sinn.
Wir vergleichen uns natürlich nur mit den Besseren. Überlege stattdessen: Was kannst Dein Kind, was andere nicht können oder nicht so gut? Dafür muss es seine Ressourcen, seine Stärken, seine Erfolge kennen und wahrnehmen.

9. Kein Ziel – das „WARUM“ fehlt –
Alle, die kein Ziel haben, spüren auch nicht keine innere Motivation.
Das ist so, wie wenn wir eine tolle Party planen. Da macht man die richtigen Schritte automatisch. Man stellt sich vor wer kommt, wie das Wetter ist, welche Musik gespielt wird, was es zu essen gibt. Man sieht schon ein Bild vor dem inneren Auge, wo alle Spaß haben.
Genau so geht es mit jedem anderen Ziel: Stellt Euch vor, wie es sich anfühlt, die gute Note zu schreiben. Was sagen Mama und Papa, wie fühlt sich die Erleichterung an? Gibt es zur Belohnung ein Eis? Wie fühlt es sich an, alles zu können?

10. Verbote – fehlende Anerkennung – Bestrafungen – keine Anerkennung:
Bestrafungen und Verbote motivieren von außen und, wenn überhaupt, nur sehr kurz. Es handelt sich in dem Fall um keine positive Motivation und die ist nicht nachhaltig.
Wird versucht, dass ein Kind durch Verbote und Bestrafungen lernt, wird es über dem Lernstoff sitzen und nichts aufnehmen. Es wird am Schreibtisch sitzen, lesen und danach nichts wissen. Deswegen ist es wichtig, eine positive Stimmung hinzubekommen, bevor sich das Kind an den Schreibtisch setzt. Viel mehr als mit Strafen erreicht man mit Unterstützung, mit Anerkennung und Lob.
Generell sind Schulkinder motiviert, wenn die Aufgaben Spaß machen, sie den Sinn erkennen und ein Ziel vor Augen haben. Sie müssen die Aufgaben auch schaffen können und gelobt werden, wenn sie Erfolge erzielen.

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