Eine Mutter erzählte mir neulich, ihr Sohn mache einfach nichts für die Schule. Sein Ziel am Nachmittag sei, so schnell wie möglich nach Draußen zu verschwinden. Dort spielt und baut er hochkonzentriert mit seinem Freund im Wald. Hausaufgaben macht er deswegen in Windeseile, aber nur die, von denen er glaubt, dass sie wichtig sind. Wenn Schulaufgaben anstehen, erzählt er das immer erst in letzter Minute, damit er nicht so viel lernen muss. Trotzdem sind seine Noten für diesen Aufwand, gar nicht so schlecht.

In meiner Coaching-Praxis erlebe ich es immer wieder, dass manche Kinder einfach keine Lust haben, für die Schule Aufwand zu betreiben. Kein Bock zum Lernen, wozu das alles? Bringt ja doch nichts!, so lauten dann die Kommentare. Was tun mit diesen Kindern, bei denen alle schönen Methoden und tollen Ideen  am Ende fein säuberlich gestapelt in der Schublade vergammeln? Keine Sorge, ich predige jetzt nicht plötzlich, dass man nicht mehr lernen soll :-), aber auch für diese Schülerinnen und Schüler brauchen wir Strategien.

Lernen für Faule

Lernen für Faule, nennt es Iris Komarek in ihrem neuen Buch, und das ist genau das, was hier als Minimallernen helfen kann. Man unterscheidet die Lerntypen dabei nicht nur anhand des Informationskanales und versorgt sie mit geeigneten Strategien, auch das Lernverhalten sollte für eine optimale Lernempfehlung beachtet werden. Diese Jugendlichen lernen einfach nicht die sechs Wiederholungen, die es nicht nur beim Vokabellernen für ein optimales Lernergebnis braucht. Sie bereiten sich nie rechtzeitig für Prüfungen vor, und Hausaufgaben machen sie auch nur sporadisch. Trotzdem können sie erfolgreich sein – in ihren Beschränkungen, sogar in der Schule. ABER: Sie erkennen, dass Lernen notwendig ist. Diese Voraussetzung ist wichtig, sonst funktionieren auch die Strategien für Minimalisten nicht.

Wenn wir uns die Menschen, die so ticken und erfolgreich durch die Schule gekommen sind ansehen – wobei wir hier Erfolg auch ein bisschen anders aussieht, als bei lernwilligen Jugendlichen –erkennen wir gewisse Merkmale: Sie sind hocheffektive Lerner, für die kurze Lernzeit holen sie das absolute Maximum heraus.  Wenn sie lernen, sind sie hochkonzentriert. Sie entdecken sehr schnell Muster und Strukturen im Lernstoff, so dass sie weniger Fakten lernen müssen. Lernen ist für sie Mittel zum Zweck, Spaß werden sie daran nicht haben. Sehr oft beeinflusst sie ein negativer Glaubenssatz: Weil ihre Umgebung sie ständig ermahnt und ihnen Vorhaltungen macht, haben sie die Vorstellung, sie müssten fleißiger sein. Und natürlich sind sie keine Perfektionisten, sie wollen mit einem Minimum an Zeitaufwand das Maximum an Ergebnis erzielen (das nennt man Pareto-Prinzip).

Wie tickt dieser erfolgreiche Minimal-Lerner? Iris Komarek beschreibt es so:  Er hat im Normalfall keinen besonderen Lernplatz, überall Inseln, die gerade im Moment passen. Sein Umfeld akzeptiert ihn und hilft ihm, seine Minimalisten-Strategien umzusetzen. Er lernt in kleinen Häppchen, deutlich weniger in der Summe als alle anderen. Er liest schnell, erstellt Kurzzusammenfassungen, kann sich super konzentrieren, egal wo und wann. Er arbeitet sehr schnell, hat eine gute Lernstruktur: Er kann  super priorisieren, minimieren, sortieren, ordnen. Er beherrscht clevere Lernstrategien. Davon braucht er aber nur wenige. Er ist mit sich im Reinen. Er kann selbst entscheiden, wann er was lernt und ein durchschnittliches Lernergebnis ist für ihn in Ordnung. Wichtig ist ihm Anerkennung, seine Gruppe und dass er mit diesen cleveren Strategien durchkommt. Disziplin und Fleiß sind ihm naturgemäß nicht wichtig.

Lerncoaching für Minimalisten

Was braucht dann der Minimal-Lerner im Lerncoaching? Zunächst muss er sich als Mini-Lerner akzeptieren lernen und nicht mit negativen Gedanken auch noch diese Minimal-Energie aufzehren. Grundstock für ihn sind clevere Lernmethoden, die unaufwändig funktionieren. Er muss eine super Konzentrationsfähigkeit trainieren, braucht ein paar Motivationstricks und schlaue Prüfungsstrategien.  Zu jedem dieser Bereiche gibt es Methoden und Techniken, die auch im Buch von Iris Kommarek zusammengetragen wurden. Wie bei allen neuen Strategien braucht es ein wenig Zeit und Übung, die richtigen zu finden und sie dann auch in den Alltag zu integrieren, es lohnt sich aber, sich damit zu beschäftigen, denn der Zeitaufwand rechnet sich auf alle Fälle.

Wenn Ihr wissen wollt, wie das Lernen für Minimalisten funktioniert, schreibt mir an petra@petratrautwein.com. Bei ausreichendem Interesse gibt es im Oktober einen Vortrag, Workshop und Webinar zu diesem Thema.

 

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