Coaching, Nachhilfe, Lerntherapie: Was hilft wofür (nicht)?

Schüler braucht Hilfe

Neulich fragte mich schon wieder eine gestresste Mutter: „Was soll ich nur tun? Das mit der Schule läuft einfach nicht.“ Dieser Satz fällt im Moment in fast jedem Gespräch mit geplagten Eltern. Sie suchen einen Weg aus dem Schulstress, wissen aber nicht so richtig, was sie tun sollen.

Sie sehen jeden Tag, dass es ihrer Tochter, ihrem Sohn nicht gut geht. Bieten Hilfe an, geben Ratschläge und Ideen zum Lernen, obwohl sie genau wissen, dass die das gar nicht von ihnen hören wollen. Im Gegenteil: Ganz oft machen die elterlichen Tipps das Problem nur noch schlimmer, weil die Kinder sofort in den Widerstand gehen.

Manche Eltern gehen dann sogar dazu über, die Hausaufgaben oder Referate für ihre Kinder zu erledigen. Weil sie keine Lust mehr haben auf dieses nervige Schulthema, das das ganze Familienleben verpestet und so viel Kraft kostet. Doch das geht langfristig natürlich auch nicht. Was also tun?

Die meisten Familien versuchen es zunächst mit Nachhilfe. Schule läuft nicht – Nachhilfe muss her, das ist für viele fast schon ein logischer Schluss. Leider nur ganz selten eine perfekte Lösung.

Nachhilfe hilft nur bei Lücken

Nachhilft sollte nur punktuell eingesetzt werden, um konkrete Wissenslücken zu schließen. Hat das Kind eine Zeit gefehlt, gab es Probleme, die es davon abhielten im Unterricht mitzumachen oder aufzupassen, dann kann ein älterer Schüler, eine Studentin, die am Nachmittag den Stoff nochmal individuell erklären eine große Hilfe sein.
Maria ist so ein Beispiel. Sie konnte sich in letzter Zeit nicht richtig konzentrieren und hat in Mathe einfach nicht aufgepasst. Deswegen lässt sie sich vor der Klassenarbeit den Stoff nochmal von einer älteren Schülerin erklären.

Das sollte nicht länger als ein paar Wochen dauern. Sonst liegt die Vermutung nahe, dass im Unterricht einfach grundsätzlich nicht aufgepasst wird, nie Hausaufgaben gemacht werden oder insgesamt keine Lust auf dieses Fach vorhanden ist. Dann kann Nachhilfe nichts ausrichten, wird eher zum Alibi als zur Lösung. Weil in Wirklichkeit gar kein Interesse besteht, das Thema wirklich anzugehen.

Wichtig ist auch: Nachhilfe sollte individuell sein, auf die Kinder und ihre Art zu lernen eingehen. Gute Schülerinnen, die jüngeren Kindern Nachhilfe geben, tun sich manchmal schwer, die Gedankengänge von weniger eifrigen Schülern nachzuvollziehen. Das kann jemand besser, der selbst keine Leuchte im entsprechenden Fach ist. Gruppenunterricht ist daher ebenfalls nicht empfehlenswert.

Lerntherapien arbeitet mit Diagnosen und Problemen

ADH()S, Legasthenie, LRS und Dyskalkulie sind die verbreitetsten Lernschwächen, die Psychologen den betroffenen Kindern diagnostizieren. Der Gang zu einem Psychologen steht meist am Ende einer kräftezehrenden Entwicklung, die Eltern und Kinder viel Nerven und Kraft kostet.

Tut sich ein Kind beispielsweise schon in der Grundschule schwer mit dem Lesen und Schreiben, klappt es trotz großer Anstrengung und aufmerksamer Unterstützung nicht, das Problem in den Griff zu bekommen und Eltern und Kind sind verzweifelt, dann bringt eine Testung Klarheit. Allerdings sollte man nicht nach ein paar schlechten Diktaten sofort zum Legasthenie-Test gehen, weil Rechtschreibung einfach auch anstrengend sein kann.

Therapeuten arbeiten mit den Kindern dann langfristig an solchen Problemen, teilweise gibt es Nachteilsausgleich an den Schulen und auch Kostenübernahmen von den Krankenkassen.

Diese Herangehensweise richtet den Blick stark auf das Defizit und analysiert das Problem. Das kann helfen, mit der Situation leichter umzugehen, weil es eine Erklärung für die Schwierigkeiten gibt. Therapien brauchen aber viel Zeit und Geduld. Deswegen fühlen sich die betroffenen Kinder häufig „nicht gut, so wie sie sind“. Der Selbstwert sinkt in den Keller. Für allgemeine Lernprobleme gibt es keine Therapien.

Lösungsorientierte Lerncoaching weckt Potenziale

Ist das Thema eher allgemeiner Natur, das Kind lernt nicht gerne, ist unmotiviert, unkonzentriert oder hat Schwierigkeiten in mehreren Fächern oder Prüfungsstress, ist Lerncoaching der richtige Weg. Das Kind mit all seinen Fähigkeiten und Talenten und die Entwicklung zu einer selbstbewussten Persönlichkeit ist hier das Ziel. Der Blick ist lösungsorientiert, hat stets die Veränderung im Blick und analysiert Ursachen nur so weit wie nötig.

Im Lerncoaching geht es einerseits um Faktoren wie die Lernorganisation, die Konzentration, den richtigen Lernstil, der zum individuellen Kind passen sollte, den Lernort, um Ernährung, Bewegung und Pausen. Außerdem werden emotionale Themen, die hinter den Lernthemen liegen, erkannt und bearbeitet und der Blick stark auf Potenziale, Fähigkeiten und Talente der Kinder gerichtet.

Lerncoaching hat das Ziel für jedes Kind die passende Strategie zu finden, um leicht, erfolgreich und selbstbewusst zu lernen. Dafür wird mit individuellen Stärken, Fähigkeiten und Erfolgen gearbeitet, der Blick ist wie gesagt lösungsorientiert. Kinder lernen sich Ziele zu setzen, Strategien zu entwickeln, um diese Ziele zu erreichen und in die Umsetzung zu kommen. Es geht immer auch um die Stärkung von emotionalen und kognitiven Fähigkeiten. Und um die tägliche Umsetzung des Erlernten.

Lerncoaching besteht aus einem magischen Dreieck: Lernstrategien, dem richtigen Mindset und der Umsetzung dieser beiden Elemente im Alltag. Mit Mindset ist dabei die Einstellung, die Haltung, die Perspektive zum Thema gemeint.

Damit legt Lerncoaching den Grundstein für eine selbstbewusste, glückliche und erfolgreiche Persönlichkeitsentwicklung. Es wirkt weit über ein Schuljahr hinaus.

Elterncoaching wirkt auf das Familiensystem

Ein Teil der Mindsetarbeit kann darin bestehen, mit den Eltern an ihren Erwartungen, Haltungen und Perspektiven zu arbeiten. Sehr häufig werden diese unbewusst an die Kinder weitergegeben und machen beiden das Leben schwer.

Nur wenn die Erwachsenen ihre unbewussten Muster erkennen, diese Glaubenssätze anschauen und bearbeiten, haben Kinder überhaupt eine Chance, das Thema für sich zu lösen. Ich erlebe es immer wieder, dass die Mütter im Zuge einer intensiven Auseinandersetzung mit den Schulthemen ihrer Kinder merken, dass sie selbst ihre Perspektive ändern können und damit das Thema völlig neu betrachten. Sie erkennen, dass die eigenen Emotionen oft im Weg stehen, wenn sie mit ihren Kindern etwas für die Schule arbeiten. Viel zu oft gehen sie mit ihren Erwachsenenbrillen an die Themen heran und vergessen, dass sie als Kinder auch ganz anders waren.

Man kann entweder die Dinge selbst ändern oder die Einstellung zu den Dingen neu ausrichten. Diese Weisheit gilt ganz besonders für die Schulthemen und führt dazu, dass Eltern plötzlich entspannen und Kinder leichter lernen.

Mein Buch “Raus aus dem Schulchaos. Wie dein Kind leichter lernt und du entspannt begleitest“, ist ohne Zweifel der erste Schritt bei allen Fragen rund um Schule und Lernen. Du erfährst zuerst und vor allem, wie du Unterstützung so anbietest, dass sie auch bei den Kindern ankommt und welche Strategien dir unter Umständen helfen.

Im zweiten Teil des Buches „Lernen wie ein Weltmeister“ verrate ich alle Strategien von Motivation, über selbständiges und gehirngerechtes Lernen bis hin zu Prüfungsvorbereitungen. Wer diese Ideen in die Tat umsetzt, spart seinem Kind damit rund die Hälfte der Lernzeit ein.

Das Buch ist auch Basis der Ausbildung zum SmartKids Coach, in der Eltern, Pädagogen und alle Interessierten die ganzheitliche Lerncoaching-Arbeit von der Pike auf lernen und mit ihren eigenen und anderen Kindern nach diesem System arbeiten können. Damit immer mehr Kinder sich zu glücklichen und selbstbewussten Persönlichkeiten entwickeln.

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